Bokel brummt – Selbst ist das Dorf

Eine Anfrage aus der Bokeler Dorfgemeinschaft an Ute Sommer sich des Themas „Blühstreifen“, welches schon im Jahr 2013 beim Dorfentwicklungskonzept auf der Agenda stand, anzunehmen, führte dazu, dass sich ihr Team mit Andreas Böckmann, Sebastian Schnusenberg und Matthias Strotmann überlegten, wie man direkt vor Ort neuerlich den Fokus auf das Problem richten und evtl. Verbesserungen erzielen könnte.

„Mehr als 40 % der bestäubenden Insektenarten sind vom Aussterben bedroht.“ (vgl. Bundeministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, 2016).

Mittlerweile ist das Insektensterben in aller Munde, aber: was ändert sich dadurch?

Schnell war klar, hier unbürokratisch etwas auf den Weg zu bringen und nicht wie in Nachbarkommunen, Monate und oft auch über Jahre Zuständigkeiten zu diskutieren.

Zunächst wurde Anfang März mit den lokalen Landwirten und dem Heimatverein, Kontakt aufgenommen. Letzterer hat auf seiner Mitgliederversammlung am 11.04.18 das Thema Insektensterben, ebenfalls auf der Tagesordnung.

Am 14.03.18 kam es dann zu einer Auftaktveranstaltung. Die engagierten Landwirte signalisierten Ihre Bereitschaft bei dem Projekt „Bokel brummt – selbst ist das Dorf“ aktiv mitzuwirken! und verwiesen auf bereits bestehende Blühstreifen, die der breiten Öffentlichkeit gar nicht bekannt seien.

Das von vielen Bokelern besuchte „Maibaumaufstellen“, am Freitag, den 27.04.18 um 18.30 Uhr soll nun im Sinne von Marlies Küthe und den weiteren Initiatoren als Forum dienen, die Bokeler Dorfgemeinschaft mitzunehmen, sich aktiv ins Projekt „BOKEL BRUMMT!“ einzubringen.

Dieser Termin soll genutzt werden, um spezielle Sämereien für den heimischen Garten kostenlos zu verteilen, in die Kniffe des Insektenhotels einzuführen, Insektenhotels zum Selbstkostenpreis abzugeben und bestehende und neue Blühflächen der Landwirte in den Fokus zu rücken.

„Wir können zwar nicht die Welt retten …“, so Ute Sommer, „aber Lokal das Rad hoffentlich noch deutlich verlangsamen. Nur wenn wir im Kleinen wirken, können wir überhaupt ein Umdenken und Handeln erreichen. Ein Blick auf unsere Windschutzscheiben sagt uns, dass es allerhöchste Zeit ist. Musste vor ein paar Jahren noch, bei längeren Fahrten wie z.B. in den Urlaub, bei jeder Rast die Windschutzscheibe gereinigt werden, so ist das heute nicht mehr notwendig.“

„Bokel brummt- bedeutet also auch, im eigenen Garten zu beginnen, eine Parzelle zu finden, sich über das Aufgeblühte zu erfreuen und ein Stück weit auf das bekannte, akkurate Gartenbild zu verzichten.“ sagt Matthias Strotmann. „Kleinvieh macht Mist“ oder „Jede Gartenparzelle macht Lebensraum“.

Auch die Anzahl unserer heimischen Singvögel ist seit Jahren rückläufig, da sie durch das Insektensterben ihre Brut nicht mehr ausreichend satt bekommen.

„Wenn man im Internet das Schlagwort „Bienensterben Japan“ eingibt stößt man auf ein Video, welches zeigt, dass in Teilen Japans und China die Bienenvölker schon ausgestorben sind. Dort werden jetzt Obstbäume mühselig per Hand von den Menschen bestäubt, um Birnen ernten zu können. Während ein Bienenvolk pro Tag 3 Millionen Birnenbäume bestäubt hat, schaffen hunderte von Arbeitern nur 30 Bäume pro Tage.“, so Andreas Böckmann.

Der Bokeler Initiative geht es auch darum, Brachflächen mit Wildblumen zu versorgen, es werden Gewerbetreibende gesucht, die über die Grünflächen auf ihrem Betriebsgelände nachdenken und diese eventuell umgestalten. Jeder der sich bei diesem ernsten Thema mit einbringen möchte, ist herzlich eingeladen.

Unternehmer Meinhard Vinnemeier, hat sich bereits dazu bereiterklärt, Sämereien und Setzlinge zu spenden bzw. zum Selbstkostenpreis abzugeben.

Wir hoffen, mit dieser Gemeinschaftsaktion möglichst viele Bokeler aus der Dorfgemeinschaft zu erreichen.

Sebastian Schnusenberg betont: „Eine Blühstreifenradtour rund um Bokel noch in diesem Jahr, das wäre ein tolles Ziel!“

Auf geht´s – Bokel brummt!