Eine neue Küche für ganz Bokel

Wilfried Dörhoff , Irmgard Rehage, Judith Wulf, Anke Norden und Gertrud Biermann (alle Vorstand Dorfhaus Bokel e.V.) haben den Plan der neuen Dorfküche umgesetzt und freuen sich mit Bürgermeister Andreas Sunder (3. v. links) über die Förderung

Dorfgemeinschaft packt im Dorfhaus selbst mit an

Rietberg-Bokel. Die Dorfgemeinschaft in Bokel bekommt eine neue, generationenübergreifend nutzbare Küche. Im Dorfhaus, das die Stadt den Vereinen seit 2019 zur Verfügung stellt, kann endlich die lang ersehnte Gemeinschaftsküche installiert werden, die in Bokel schon seit geraumer Zeit gewünscht ist. Möglich macht dies eine finanzielle Förderung aus dem Regionalbudget der Lokalen Aktions-Gruppe GT 8 und der Einsatz des Vorstands des Dorfhaus Bokel e.V.

Die im Dorfhaus vorhandene Küche war schon rund 50 Jahre alt. Viele Schränke, Utensilien und Geräte waren defekt oder nicht mehr voll funktionstüchtig. Ziel der Dorfgemeinschaft ist es, die Küche in einen Zustand zu versetzen, der es allen Vereinen und Gruppen ermöglicht, über das gemeinsame Kochen und Backen die Dorfgemeinschaft zu stärken. Gesagt, getan. Die Bokeler setzten sich zusammen und überlegten, was zu tun ist und welche Leistungen sie selbst erbringen können. Die Altküche ist inzwischen abgebaut und entsorgt. Als nächstes wird der Bodenbelag erneuert, Elektro- und Malerarbeiten folgen. Die neue Küche wir Ende Oktober geliefert und um neue Küchenutensilien ergänzt.

Plätzchenbacken mit den Kindern des Kindergartens und der Grundschule, Pizzabacken der Messdiener, Verarbeitung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen als Lernwerkstatt, Gemeinsames Kochen und Einkochen mit der katholischen Frauengemeinschaft und den Landfrauen für den Adventsbasar, oder multikulturellen Kochevents mit den seit Jahren in Bokel lebenden Flüchtlingen steht nun nichts mehr im Wege. „Überdies möchten wir allen in Bokel lebenden Generationen und Kulturen durch das Kochen die Möglichkeit geben, zusammenzukommen und die Dorfgemeinschaft zu stärken“, sagt Wilfried Dörhoff, Vorsitzender des Dorfhaus-Vereins. „Ich freue mich, dass diese Idee nun endlich realisiert werden konnte“, sagte Bürgermeister Andreas Sunder, „denn diese Einrichtung kann nicht nur unser städtisches Dorfhaus, sondern das gesamte Dorfleben aufwerten“. Zugleich dankt er den Akteuren des Dorfhaus Bokel e. V. für ihre Hartnäckigkeit und die erbrachten Eigenleistungen.

Schon im Dorfentwicklungskonzept für Bokel entstand im Jahr 2013 die Idee einer Dorfküche im damaligen Pfarrzentrum. Mangels Finanzierungsmöglichkeit konnte sie bislang nicht realisiert werden. Nachdem sich im vergangenen Jahr in Bokel aber der Dorfhaus e. V. gegründet hatte, kam die einst von der ehemaligen Ortsvorsteherin, Ratsfrau Judith Wulf, entwickelte Idee noch einmal auf den Tisch und mit dem Aufruf des LAG GT 8, sich im Rahmen des Regionalbudgets 2020 mit Kleinprojekten um eine Förderung zu bewerben, tat sich eine Finanzierungsmöglichkeit auf. Die veranschlagten Kosten in Höhe von 17.034 Euro wurden mit 80 Prozent gefördert (13.627 Euro).

Hintergrund:

Die Lokale Aktions-Gruppe (LAG), in der neben Rietberg sieben weitere Kommunen aus dem Kreis Gütersloh engagiert sind, hat sich zum Ziel gesetzt, die Region als Lebens- und Erholungsraum zu stärken und mit Fördergeldern zu unterstützen. Für Kleinprojekte im ländlichen Raum, deren Finanzierung eine Gesamtsumme von 20.000 Euro nicht überschreiten und der Regionalen Entwicklungsstrategie der LAG GT8 entsprechen, stehen im Jahr 2020 200.000 Euro zur Verfügung.

(Foto: Dorfhaus Bokel e.V. / Text: Stadt Rietberg)